Fastnachten im Fläming / in der Lausitz und anderswo
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Elster 2013
Rade 2012
Klossa 2012
Cobbelsdorf 2012
Ruhlsdorf 2012
Elster 2012
Seyda 2011
Ruhlsdorf 2011
Gorsdorf-Hemsendorf 2011
Schuetzenberg 2011
Lindenberg ... 2011
Mügeln 2011
Streichwitz 2011
Groß Rietz 2010
Rückersdorf 2010
Boblitz 2010
Kropstädt 2010
Cobbelsdorf 2009
Gottower Fastnachten 2009
Schönborn 2009
Schönborn 2008
Dietrichsdorf 2007
Linda 2007
Wartenburg 2007
Möllensdorf 2006
Reinsdorf 2006

 
 
Drei Tage Zempern in Elster
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 20. Januar 2013
 
Drei Tage wurde in Elster wieder gezempert, an zwei Nachmittagen und zudem fast den gesamten Sonnabend über. Da war von den Platzmeistern der Männerfastnacht, Marco Rotte und Enrico Schüler, ihren Stellvertretern Thomas Meyer und Marcus Steinecker sowie den beiden Akkordeonspielern, welche die bunte Meute musikalisch begleiteten, beste Kondition gefragt.
 
In zwei Gruppen ging es nach einem genau festgelegten Plan von Haus zu Haus. Es wurde geklingelt und oft auch Einlass gewährt. Die Platzmeister luden zum Tanz am späten Sonnabend in den Elsterlandsaal ein. Wurde dieses freundliche Angebot angenommen, gab es zumeist von der Hausherrin ein buntes Band, das man flugs mit Nadeln am Jackett befestigte. Natürlich freuten sich die Platzmeister auch über etwas Geld, mit dem dann der Tanzabend und der Freiabend, der im März startet, finanziert wurden beziehungsweise noch werden. Als Gegengabe tanzten die Hüteschwenker einen Walzer mit der jeweiligen Dame. Und natürlich gab es hier und da auch einen Schluck Flüssiges.
 
Damit die Heischenden die Tour gut durchstehen, bekamen sie selbstverständlich eine ordentliche Verpflegung. Mittag wurde am Sonnabend bei den Familien Klaus Röder und Manfred Gerhardt gegessen. Und eine gute Tradition behielt man bei, denn am Freitag gab es Rippchen mit Sauerkraut und Brot bei der Familie Oschätzky. Um bei den Ritualen zu bleiben, am Sonntag wurde für die Platzmeister der Männer- und der Jugendfastnacht ein Mittagessen im "Sonneneck" Listerfehrda vom Gastwirt André Grams gesponsert.
 
Die Band "In flagranti" hatte am Abend des Sonnabends ihre Instrumente aufgebaut, der Saal war gut gefüllt, das Gruppenfoto gemacht - es konnte also losgehen. Die Platzmeister luden alle Männer ein, im Saal einen großen Kreis zu bilden. Nur rumstehen wollten die Herren natürlich nicht und so fingen sie an, eine Polonaise zu tanzen. In die Mitte brachten die Zylinderträger zwei Wäschekörbe, prall gefüllt mit den verschiedensten Kopfbedeckungen - von Pelzkappen, über Militärmützen bis zu Strohhüten und anderem Eigenartigen mehr. Völlig willkürlich bekam jeder Mann in der Runde eine solche verpasst. Anschließend waren die Frauen gefragt, denn sie wussten ja, welchen Hut ihre Männer mitgebracht hatten. Und wer jenen jetzt trug, der war ihr Partner für den ersten Tanz des Abends. Das sicherte eine proppenvolle Tanzfläche und beste Stimmung von der ersten Minute an.
 
Die Platzmeister wollten natürlich weiterhin etwas für ihre Fastnachtskasse tun. Also dauerte es gar nicht lange bis zu den ersten Extrarunden, für die natürlich gelöhnt werden musste. Damit ihnen kein potenzieller "Kunde" durch die Lappen ging, führten die Frauen der Platzmeister genau Buch. Bei ihnen lieferten die Männer auch sofort das eingenommene Geld ab. Hin und wieder gab es noch eine besondere Runde und nach dem lautstarken "Hoch sollen sie leben" ging es an die Bar.

 
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Gesamter Ort auf dem Tanzboden
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 21. Februar 2012
 
Fastnacht ist das Ereignis in jedem Dorf, bei dem es hoch her geht. In Rade ist das nicht anders. Nur kann man das dort ganz wörtlich nehmen, denn der Tanzboden in dem Gemeinschaftshaus liegt im ersten Stock und teilweise über einer Toreinfahrt. Da haben die Schwingungen der Tanzenden noch eine ganz besondere Qualität.
 
Dietmar Schugk, Vorsitzender des Rader Heimatvereins seit er 2001 gegründet wurde, ist sich sicher, dass solch ein Saal in unseren Breiten nicht so schnell noch mal zu finden ist: "In den letzten 15 Jahren wurde das Haus und mit ihm der Tanzsaal Schritt für Schritt saniert und verschönert." Darauf sind die Rad'schen mit Recht stolz. Ihr Heimatverein sei, so Schugk, gemessen an der Mitgliederzahl von zehn Personen, ein kleiner. Aber sehr aktiv. Heimatfeste, Hoffeste, Fastnachtsfeiern und Senioren-Weihnachtsfeiern werden durch ihn organisiert. Darüber hinaus vergaß der Vorsitzende aber nicht, die freiwilligen Helfer zu erwähnen, die bei solchen Gelegenheiten immer mit anpacken.
 
Am Samstag, so schien es jedenfalls, waren alle 170 Dorfbewohner dort versammelt. Fastnacht stand auf dem Programm und die Sixty Music Band aus Kleindröben heizte dem tanzwilligen Publikum so richtig ein. Die beiden Platzmeister Pascal Eckelt (35) und Marco Leuchtemann (24) waren voll damit beschäftigt, die vielen Damen zu schwenken. Wie immer hing in der Mitte der Tanzfläche von der Decke ein Schellenband, dessen Anschlag stets eine Sonderrunde anzeigte. Dass sie an diesem Abend ins Schwitzen geraten würden, war dem Staatlich geprüften Agrartechniker und dem Elektroinstallateur schon bewusst. Aber das nahmen sie gern in Kauf. Besser so, als die Eiseskälte, in der sie vor einigen Tagen ihre Zempertour ableisten mussten. "In Rade", so erzählte Schugk, "ist es üblich, vor der Fastnachtsfete zu zempern".
 
An exponierter Stelle im Saal hatten die Rader eine lange Tafel für ihre Ehrengäste aufgebaut. Dort hatten 20 Arnsdorfer Platz genommen. Seit mehreren Jahren verbindet die beiden Dörfer eine schöne Freundschaft, die von beiden Seiten gern und oft gepflegt wird. So ließen Rader es sich nicht nehmen, im kalten Januar als die Arnsdorfer Fastnacht feierten zu besuchen. Dieter Räbiger, der sich selbst als "Alterspräsident der anwesenden Arnsdorfer" bezeichnete, meinte nur: "Die Besuche sind für beide Dörfer schön. Auf diese Weise werden die Säle voll und der Umsatz angekurbelt." Wie er das wohl meinte, als er sagte, Eheschließungen zwischen Vertretern beider Orte seien nicht ausgeschlossen? So weit man sehen konnte, schienen alle schon vergeben.

 
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Nicht allein der Elch war los
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 02. Februar 2012
 
Was hilft gegen Kälte beim Zempern? Die Rezepte in Klossa waren so unterschiedlich wie die Kostümierung der Teilnehmer des Umzuges, der sich nach und nach von Haus zu Haus durch das Dorf arbeitete. Konnten die Erwachsenen, die herrlich angeputzt die Kinder begleiteten - eigentlich war ja Kinderzempern angesagt - sich an den verschiedenen Stationen mit Hochprozentigem etwas aufwärmen, versuchten die Kinder, denen das Wetter nicht viel auszumachen schien, es mit Herumhopsen. Kaum näherte sich ein Auto, wurde es gestoppt und der Fahrer um eine freiwillige Durchfahrtsgebühr gebeten. Da aber Klossa nicht an einer Bundesstraße liegt, hielt sich die Ausbeute der Gabenbettler arg in Grenzen. Nicht so bei den Klingelpartien. Die Dorfbewohner teilen gern und stehen dem alten Brauch sehr aufgeschlossen gegenüber.
 
Es fiel auf, dass sich zwar die Großen alle verschieden in Schale geworfen hatten, die Kleinen aber fast komplett ein ganzes Regiment Korsaren, Freibeuter oder auch Piraten bildeten. Ein Schelm, der politisch dabei denkt. Aber die Frage war doch berechtigt: Wird in Klossa eventuell der Nachwuchs für die neue und erfolgreiche Piratenpartei herangezogen?
 
Am meisten freute sich der Schneemann über das prachtvolle Winterwetter: "Ein bisschen Schnee darf es noch sein", meinte er unter dem Protest der anderen. Im Übrigen erschien es doch seltsam, dass ein Schneemann sich am Eierlikör berauschte. Der war als Geschenk schon ziemlich zeitig in den mitgeführten Kinderwagen gewandert und wurde gleich als Treibstoff genutzt. Maria Sturm und Diana Senz hatten, wie so viele Klossaer, die bunte Gesellschaft bereits erwartet und schwups landete wieder etwas Süßes im Wagen, der nebenbei auch noch als Transporter für die Musikanlage diente. Oma Sturm, bereits 86, ließ es sich nicht nehmen die Kinder zu begrüßen und bei "Ein Stern, der deinen Namen trägt ..." mitzuschunkeln. "Ich bin doch sehr rüstig und mache alles noch allein", erzählte sie stolz. Aus Schlesien sei sie nach dem Krieg gekommen und habe hier in Klossa einen Witwer mit zwei Kindern geheiratet.
 
Zwei Häuser weiter wartete die Familie Hensel auf die Schar. Mit einem Tablett in der Hand stand der Sohn des Hauses, Thomas, vor der Tür. Darauf Gläser, ein Mitbringsel aus Russland. Keine "Sto-Gramm"-Gläser, aber dennoch mit scharfem Inhalt, je nach Wunsch. Der Elch, der ansonsten ganz lieb mitgetrottet war, griff an dieser Stelle nach dem vermeintlichen Apfel, goss ihn sich hinters Geweih und begann sich zu schütteln. Saurer Apfel war wohl doch nicht das Richtige für das arme Tier. Oma Irmgard Hensel durfte sich auch bedienen und zur Erheiterung aller verkündete ihr Sohn: "Manchmal kriegt sie einen ab!" Ob es bei dem einen blieb ist ungewiss, denn die 78-Jährige zog sich anschließend wieder in die erste Etage des Einfamilienhauses zurück, wo sie nach eigenen Angaben vom Sessel aus den regen Vogel-Flugverkehr vor ihrem Fenster beobachtet. Die Zemperer hatten da schon bei Familie Weber und Familie Steffen geklingelt und der Kinderwagen platzte am Ende der Tour fast aus allen Nähten. Das war, wie geplant, zur Mittagszeit. Traditionell wurden die Kinder da in der Gaststätte des Ortes erwartet. Mit Nudeln und Tomatensoße und etlichen Spielen klang der aufregende Gang durch das Dorf aus.

 
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Beim Zempern geht´s um die Wurst
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 30. Januar 2012
 
An Felix und Arne gab es am Samstag kein Vorbeikommen: Die beiden stoppten jeden, der mit dem Auto nach Cobbelsdorf kam. Aber nach Abgabe eines kleinen Wegezolls für die Cobbelsdorfer Fastnacht ließen die 13-Jährigen jeden weiterziehen. Und den gaben die meisten gern.
 
Zum traditionellen Zempern war die närrische Dorfgemeinschaft am Samstag schon ab 8 Uhr verkleidet auf den Beinen und jubelnd unterwegs durch die Straßen. Angeführt von den diesjährigen Platzmeistern André Saage, Thomas und Stephan Lerm bekam ein ums andere Haus Großbesuch von Bär, Engel, Erdbeeren und anderen bunten Gestalten. Während ihnen nur wenige Türen verschlossen blieben, wurden sie von den gut vorbereiteten Cobbelsdorfern meist schon erwartet. Gegen Kälte gab es Glühwein, Kaffee oder Schnäpse, gegen den kleinen Hunger Schnittchen und - nicht zu vergessen - Eier, saure Gurken und Wurst als Gabe für den zu füllenden Handwagen. Denn immerhin hat das Zempern seinen Ursprung beim mittelalterlichen Eintreiben des Zehnten, wie ein Feuerlöscher an diesem Vormittag zu berichten wusste. Und wenn sie nicht schon eher gestoppt wurden, so hielten vorbeifahrende Autos doch spätestens umringt von Engeln, Mönchen und Sträflingen: "Eine Frau hat wortlos einen Euro aus dem Fenster gehalten, ehe wir überhaupt gefragt haben", erzählen Arne und Felix zufrieden.
 
Bei so vielen Hausbesuchen bleiben manche Bienen, Ärzte oder Indianer schon mal ein wenig zurück. Aber die drei Platzmeister bewiesen gutes Geschick, die Narren immer wieder zusammen zu halten. Und spätestens, wenn die Blaskapelle das nächste Liedchen anstimmte, waren sie alle wieder beieinander und tanzten schließlich auch den Rucki-Zucki da, wo genügend Platz dafür war - mitten auf der Kreuzung.
 
Während die einen noch sammelnd und tanzend durch Cobbelsdorf zogen, wurden im Kartoffelgasthaus bereits die Vorbereitungen für den Mittag, Nachmittag und Abend getroffen. Die Cobbelsdorfer Frauenrunde füllte unzählige Platten mit Schnitten, belegt mit den Gaben aus dem Handwagen. Einiges wurde hier außerdem gleich zum Mittagessen verarbeitet. Rührei und Kartoffeln erwarteten die durchgefrorene Zemper-Truppe im warmen Saal.
 
Viel Zeit zum Verschnaufen blieb nach der Mahlzeit nicht, denn gleich am Nachmittag ging das Fastnachts-Programm dieses Tages mit Kindertanz weiter. Und am Abend waren die Verkleidungen auch schon wieder im Schrank verstaut und die festliche Garderobe wurde heraus geholt. Denn selbst wenn ausgelassen Fastnacht gefeiert wird, zur Abendveranstaltung sind edle Zwirne und schicke Abendkleider Pflicht.

 
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Damen regieren zur Fastnacht
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 22. Januar 2012
 
Was ist denn mit den Männern los am Westrand der Glücksburger Heide? Diese Frage müssen sich die Ruhlsdorfer und letztlich auch die Rehainer Herren gefallen lassen. Natürlich nur die, die noch nie den Zylinder zur Fastnacht trugen. Ein Glück, so möchte man meinen, dass die Damen im Dorf, welches seit 1999 Ortsteil von Jessen ist, aus dem richtigen Holz geschnitzt sind und sich wie diesmal Doreen Höhne und Martina Richter gern den Hut aufsetzen.
 
Gut so, denn solch eine Tradition, die, so wusste der Vorsitzende des Heimatvereins, Günter Thiele zu berichten, seit 1927 existiert, darf nicht sang- und klanglos untergehen. Damals wurde in der heute verriegelten Gaststätte von Bruno Jähnichen gefeiert. Seit der Schließung des Kindergartens und dessen Umbau zum Dorfgemeinschaftshaus steigt die Sause hier. Im Jahr 2000 ging es nach einer "Wendezeit"-Pause von 13 Jahren wieder los.
 
Doch schon nach wenigen Veranstaltungen gehen den Ruhlsdorfern und Rehainern die Männer aus. Kein Wunder, zählen die Orte Ruhlsdorf und Rehain zusammen nur knapp 200 Bürger. Dennoch machen die allerhand los mit Hilfe des Heimatvereins und der Freiwilligen Feuerwehr. Seit zehn Jahren beispielsweise treffen sie sich regelmäßig mit den Einwohnern aus Ruhlsdorf bei Luckenwalde, Teltow und Bernau. Aus dieser Idee ist eine Freundschaft entstanden und ein fester Bestandteil im jährlichen Terminkalender der vier Dörfer. Jedes Jahr kommen sie woanders zusammen. Mit Kind und Kegel wird per Bus angereist und das Wochenende zusammen verbracht. Die Ruhlsdorfer hier sind die einzigen Vertreter aus Sachsen-Anhalt und ihnen kommt in diesem Jahr die Ehre zu, das Jubiläumstreffen Ende Mai zu organisieren. Klar, dass sie sich da besonders ins Zeug legen wollen. Natürlich existiert auch schon ein Plan. Neben Feuerwehrwettkämpfen und einer Feuerwehr-Rundfahrt für Kinder mit dem Löschfahrzeug soll das Beste aus den zehn vergangenen Treffen wiederbelebt werden. Darüber hinaus erwarten sie die Spielmannszüge aus Jessen und Seyda zu einem Sternmarsch. Selbst aus dem Fernsehen bekannte Künstler wie Andrea Berg und andere Stars reißen sich darum, auf der Showbühne in Ruhlsdorf ihre Doubles vorzuschicken. Aber auch echte Laienkünstler aus den Ruhlsdörfern werden ihr Können in einem eigens dafür gestalteten Programm beweisen.
 
Dass eine Frauenfastnacht mindestens genauso viel Spaß machen kann, wie das männlich dominierte Pendant, wurde in Ruhlsdorf bereits 2011 bewiesen. Und genau, wie gehabt, wanderten eine Woche vor der Veranstaltung die diesjährigen Platzmeisterinnen Doreen Höhne (32) und Martina Richter (53) von Haus zu Haus, um mit einem Tänzchen die Mitbürgerinnen und Mitbürger zur Fastnacht einzuladen. Wie viele diese Einladung annahmen? Die Tanzfläche jedenfalls war stets gut gefüllt, was aber sicherlich auch an der bestens bekannten Live-Band "adoxa boreal" aus Wittenberg lag, deren Rhythmen es einfach nicht zuließen, dass Leute am Tisch sitzen blieben. Und wenn, dann nur, um den ein oder anderen Muntermacher zu genießen oder einen wunderbar gelben Eierlikör zu schlecken.
 
Spannend blieb die Frage, ob sich denn in der entscheidenden Minute kurz vor Mitternacht doch zwei Herren finden, die im nächsten Jahr als Platzmeister fungieren. Thomas Thiele, der schon mal im Einsatz war, wollte im Notfall erneut zum Zylinder greifen. Doch das wird nicht nötig sein. Denn Dietmar Klein und Lothar Joppich übernehmen, wie inzwischen feststeht, 2013 das Platzmeister-Ehrenamt in Ruhlsdorf.

 
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Großzügig bei Extrarunden
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 10. Januar 2012
 
"Vorsicht Zempern" war am vergangenen Freitag und Sonnabend am Ortseingang von Elster zu lesen. Unterwegs waren zwei Gruppen um die Platzmeister der Jugendfastnacht, Marcus Glawon und Tobias Seifert.
 
Am ersten Tag führte sie der Heischegang in das Wohngebiet jenseits der Bahnlinie sowie nach Iserbegka und in den Elsteraner Bereich um das Gewerbegebiet. Das war an einem Abend zu schaffen. Anstrengender wurde es am nächsten Tag. Da wurde der Ort wie schon in den Vorjahren in einen nördlichen und einen südlichen Bereich geteilt, in dem die beiden lustigen Truppen unterwegs waren. Bei einer fehlte die Musik, aber das stellte sich nicht als ein großes Problem heraus. Da wurde eben zum Tanz mit der Hausherrin der "Schneewalzer" von einem Handy abgespielt oder es wurde einfach gesungen.
 
Beide Platzmeister bestätigten: "Man hat die Zemperer fast überall, wo geklingelt wurde, auch eingelassen." Insgesamt dauerte die Tour, die gegen 6 Uhr morgens begann, fast zwölf Stunden.
 
Dennoch wurde ordentlich Kondition bewiesen, denn vom Heischegang ging es gleich in den Elsterland-Saal zum Fastnachtsball. Dort waren die Zemperer zunächst fast unter sich, wenn man einmal von den Ehefrauen und Freundinnen absieht. Deshalb nutzte man die Zeit, um ein Gruppenfoto vor der von den Platzmeistern und einigen Helfern geschmückten Bühne zu machen.
 
Etwas später als geplant wurden dann alle Frauen gebeten, auf dem Parkett einen Kreis zu bilden, damit Marcus Glawon mit Diana Alder und Tobias und Melanie Seifert gemeinsam mit den stellvertretenden Platzmeistern Tim Schüler und David Feldhusen und ihren Partnerinnen antanzen konnten. Von nun an war immer etwas los auf der Tanzfläche, zumal sich der Saal langsam füllte. Alles wurde von den Hüteschwingern des Abends genau beobachtet. Und sie zeigten sich großzügig mit Extrarunden, für die dann allerdings gelöhnt werden musste. Aufgespielt hat übrigens die Formation "Yellowtime" aus Berlin, die erstmals in Elster zu Gast war.
 
Marcus Glawon und Tobias Seifert werden jedenfalls froh gewesen sein, dass alles so gut geklappt hat. Es gab ja in der Vorbereitung allerhand zu tun. Es mussten die Brandkassen neu gebaut werden, Helfer für das Zempern galt es zu gewinnen und der Ball wollte vorbereitet sein. Zu letzterem gehörte auch die Ausgestaltung des Saales, die wirklich gut gelungen war.
 
Aber ganz können die beiden die Zylinder auch nach dem Jugendfastnachtsschwof nicht zur Seite legen. Im März gibt es noch den Schlappenball mit Freiabend, an dem die Getränke, die am Wochenende gesammelt wurden, ausgeschenkt werden. Und im November sind dann die nächsten Platzmeister auszulosen.
 
Für die Männerfastnachten, die am bevorstehenden Sonnabend wiederum im Veranstaltungshaus Elsterland ab 20 Uhr (Einlass ab 19.30 Uhr) stattfinden, geschah dies übrigens am Rande des Balls. Hier haben Matthias Jänicke und Sven Rotte die Zylinder auf. Als Stellvertreter fungieren Marc Rotte und Enrico Schüler.

 
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Zeltvorbau für rappelvollen Saal
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 21. Februar 2011
 
Tolle Tage in Seyda in der Fastnachtszeit haben sich längst herumgesprochen. Davon profitierte auch die Jugendfastnacht am Wochenende, als Gäste aus der Region und weit darüber hinaus anreisten, um im proppenvollen Saal vom Schützenhaus ausgelassen zu feiern. Die Gäste mit dem weitesten Weg kamen aus Schlieben im Elbe-Elster-Kreis.
 
Als Platzmeister fungierten Maximilian Letz mit Partnerin Isabel Wagner sowie Norman Huß, an seiner Seite Christin Letz. Sie hatten das Sagen, vom Antanzen bis zur letzten Runde. Obwohl es oft schwierig war, auf dem Parkett ein freies Tanzplätzchen zu finden. Schützenhaus-Wirt René Arndt hatte vorsorglich vorm Saaleingang ein beheiztes Zelt aufbauen lassen, um den Ansturm am Tresen in Grenzen zu halten und die Servierkräfte zu entlasten.
 
Ihre "Uniformen", Frack und Zylinder, hatten sich die Platzmeister aus einem Kostümfundus geliehen. Nicht dagegen die Blümchen am Frack und an den Kleidern der Damen. Die waren in Seydas "Nationalfarben" Rot-Weiß. Gisa Letz, die Mutter eines Platzmeisters hatte sie in Handarbeit angefertigt. Neu bei der Jugendfastnacht 2011 war auch, dass die aufgeforderten Tänzerinnen und Tänzer nicht wie in den Vorjahren üblich eine Schleife erhielten, sondern einen eigens für diesen Tag angefertigten Button. Tanzeinlagen wie Kusswalzer und Laurentia heizten die Stimmung zusätzlich an. Für die Musik, sowohl live mit Gesang und Gitarre als auch aus der Konserve, war Dobby aus Luckenwalde zuständig. Der Vollblutmusiker von der Band "Farmer" hat ein feines Gespür für den Publikumsgeschmack.
 
Aber Dobby versteht es auch vortrefflich, mit Kindern umzugehen. Das bewies er am folgenden Tag beim Kinderfasching. Die Kleinen wuselten übers Parkett, zwischen Konfetti, Papierschlangen und Luftballons, die in regelmäßigen Abständen zerknallten. Bonbons flogen massenweise in den Saal, die Jüngsten stürzten sich darauf. An der Theke gab es plötzlich eine lange Schlange. Die Platzmeister, die auch beim Kindertanz dabei waren, hatten eine Runde Fassbrause für jedes Mädchen und jeden Jungen spendiert.
 
Der Fastnachtstrubel in Seyda ist damit noch längst nicht vorbei. Am Samstag, 5. März, wird nämlich durch den Ort gezempert, und abends trifft man sich zum Zemperessen. Allerdings, das Erzemperte wird noch einige Wochen aufgespart. Bis zum Freiabend, dann hat aber die närrische Zeit in Seyda, zumindest für diese Saison, wirklich ein Ende.
 
Wer im nächsten Jahr Platzmeister wird, steht indes noch nicht fest. Denn Stellvertreter wie in den Vorjahren gab es diesmal nicht. "Wir finden schon welche", waren sich die beiden Platzmeister einig. Und Maximilian Letz ergänzte: "Die Fastnacht hat in Seyda eine jahrzehntelange Tradition. Die wird bewahrt."

 
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Gedränge bei "Reise nach Jerusalem"
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 16. Februar 2011
 
Während in anderen Orten Fastnachtstänze mangels Personal und Masse zusammengelegt werden, hält Ruhlsdorf eisern zur Stange. Organisationsmotor ist der rührige Heimatverein des Jessener Stadtteiles.
 
Drei tolle Tage waren es, eröffnet wurde der Reigen im Dorfgemeinschaftshaus mit der Männerfastnacht. Hier hatten die Platzmeister Matthias Pflug und seine Frau Anke sowie das Ehepaar Ingo und Kathleen Schildhauer das Sagen. Den Tücken der Fastnachtsgesetze wichen sie geschickt aus. Einer der Herren war immer im Saal und hatte alles im Blick. Ansonsten wäre eine Saalrunde fällig gewesen.
 
Geschwoft wurde bis Mitternacht, Kusswalzer und Annemarie-Polka inklusive. Dann reichte Mann nach alter Tradition die Hüte weiter an die Nachfolgerinnen. Denn die Fastnacht 2012 wird eine "Weiberfastnacht", angeführt von den Platzmeisterinnen Doreen Höhne und Martina Richter. Sie freuen sich schon auf ihr Amt und werden sich mit Sicherheit etwas Originelles einfallen lassen.
 
Während es für die meisten Gäste eine kurze Nacht war, konnten die Jüngsten wohltuend durchschlafen. So waren sie fit für den nächsten Tag. Da gab es am Nachmittag den Kindertanz - mit reichlich Konfetti, Bonbon-Regen und lustigen Spielen. Die hatten sich die Männerfastnachts-Platzmeister ausgedacht, unterstützt von den Diskjockeys Christian und André aus Seyda. Schnelligkeit war gefragt beim Tanz um die Stühle, allgemein auch als "Die Reise nach Jerusalem" bekannt. Denn beim Aussetzen der Musik musste jeder einen neuen Stuhl erwischen. Allerdings wurde es nach jeder Runde einer weniger. Ein kleines Mädchen fand das gar nicht so toll. Es bekam "ein Böckchen". Weder die Mutti noch der DJ konnten ihr "die Hörner" nehmen. Sie weinte bitterlich und spielte einfach nicht mehr mit. Dafür kämpften kleine Ritter, Cowboys, Indianer und Pippi Langstrumpf umso eifriger um die begehrten Sitze.
 
Den Abschluss der Ruhlsdorfer Festtage bildete die Jugendfastnacht am Abend nach dem bunten Kindertanzvergnügen. Hier führten Andy Matthäs und Christoph Höhne Regie, begleitet von ihren Partnerinnen Katharina Zeidler und Claudia Glock. Nach zahlreichen Extrarunden - für die Tanzpartner gab es gegen einen kleinen Obolus Schleifen - wurden die zwei Hüte ebenfalls zur Mitternacht weitergereicht an Sebastian Börner und Tobias Freigang. Sie haben zur Jugendfastnacht 2012 die Hoheit im Saal des Ruhlsdorfer Dorfgemeinschaftshauses.

 
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Wahl im Feuerwehrdepot
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 07. Februar 2011
 
Der Jessener Doppelortsteil Gorsdorf-Hemsendorf feierte am Wochenende Fastnacht. Und zwar im 30. Jahr der Neuauflage dieser Tradition. Allerdings war es erst die 29. Fastnacht, denn 2003 musste sie ausfallen, weil das Dorfgemeinschaftshaus wegen der Folgen der Elbe-Jahrhundertflut vom August 2002 noch nicht wieder genutzt werden konnte.
 
Diesmal war das gesellige Beisammensein als Jugendfastnacht deklariert worden. Eine Altersgrenze allerdings gab es nicht, Jung und Alt vergnügten sich in dem schmucken Dorfgemeinschaftshaus, welches zu DDR-Zeiten einmal als Dorf-Konsum diente. Als Platzmeister fungierten Andreas König und Andy Müller mit ihren Partnerinnen Jessica Krüger und Sandy Rothe. Die Stimmung im Saal wurde von der Band "Zeitlos" aus Stolzenhain im Elbe-Elster-Nachbarkreis musikalisch angeheizt.
 
Die Platzmeister zogen im Vorfeld durch den Doppelort, um Schleifen einzusammeln. Ein Zeichen dafür, dass die Angesprochenen auch wirklich zur Feier kommen werden. Die Bänder wurden sachkundig ans Revers der beiden "Regierenden" geheftet. Abfallen durfte keine der Schleifen. Sofort wäre die Näherin wegen "schlampiger Arbeit" zu einer Saalrunde verdonnert worden. Das wäre teuer zu stehen gekommen, denn die Jugendfastnacht in Gorsdorf-Hemsendorf war gut besucht. Nicht nur von den Einwohnern, auch aus Nachbarorten kamen die Gäste. Manche von ihnen pendelten, um möglichst viel Fastnachtsluft zu schnuppern. Denn im benachbarten Schützberg ging es ebenfalls hoch her.
 
"Bänder sind noch nie abgefallen", beteuerte Andreas König lachend. Auch mussten er und sein Partner keine Saalrunde schmeißen, denn einer von ihnen war immer am Ort des Geschehens. Fastnachtsregeln sind halt streng. Aber auch immer wieder amüsant. Frauen hatten Päckchen gepackt, darin waren lustige Kleidungsstücke, die Männern übergestülpt beziehungsweise angezogen wurden. Die Lacher und den Beifall dafür hatten alle auf ihrer Seite.
 
Etwas ruhiger wurde es um Mitternacht. Ein "Krisenstab" hatte sich gebildet und ins Feuerwehrgerätehaus zurückgezogen. Nicht wegen mieser Stimmung im Saal, sondern um in geheimer Wahl die Platzmeister für die nächste Fastnacht zu bestimmen. Die Wahl fiel schließlich auf Lars Wollschläger und Michael Griehl. Das Ergebnis wurde dem Publikum dann offiziell verkündet und Andreas König sowie Andy Müller stülpten ihren Nachfolgern die Hüte über.
 
Die Fastnachtsnacht war kurz. Am nächsten Morgen ging es auf zum traditionellen Zempern auf eine recht langer Strecke in und zwischen den beiden Orten. Angeführt wurde die lustige Schar vom Jessener Spielmannszug. Der begleitete sie noch bis zum Dorfgemeinschaftshaus. Dort begann am frühen Nachmittag der Kindertanz. Das Erzemperte wurde sortiert und verstaut. Beim Freiabend in drei Wochen sollen Naturalien und "Spendengelder auf den Kopf gehauen" werden.

 
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Schuhanprobe vor Publikum
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 06. Februar 2011
 
"Der Frühling kommt überpünktlich zur Fastnacht nach Schützberg!" Das stellten die Damen der Platzmeister fest. Stimmt das? Jein. Ralf und Regina Frühling waren zwar die ersten Gäste, die Einlass zur Männerfastnacht in der Gaststätte "Lückenklause" begehrten. Auf den Lenz haben sie aber trotz ihres Namens keinerlei Einfluss. Egal, wie alle nachfolgenden Gäste wurden sie bereits am Eingang freundlich begrüßt. Mit einem kleinen Schnaps nach eigener Wahl.
 
 

 
Rein in den Korb den rechten oder linken Schuh! Sindy Stolze und Doreen Nitzsche kannten da kein Pardon. Im Hintergrund die Platzmeister Foto © MZ Kunze

 
Das Einschenken übernahmen Sindy Stolze und Doreen Nitzsche, die Partnerinnen der diesjährigen Platzmeister Matthias Springer und Marco Patzschke. Allerdings, das Anstoßen mit jedem Gast unterließen sie tunlichst. Denn der Abend war noch lang und als Platzmeister-Team muss man stets fit sein. Erste Bewährungsprobe war das Antanzen auf dem kleinen, aber feinen Parkett im Nebengelass des Gastraumes durch die Platzmeister. Jede Fastnacht hat ihre Härten und Gesetze. Für Matthias Springer und Marco Patzschke war es der erste und zugleich letzte Tanz an diesem Abend mit ihren Partnerinnen.
 
Dann waren sie nur noch für die anderen Frauen da. Die beiden Freundinnen nahmen es gelassen. Denn auch sie wurden mehrfach von anderen Männern aufgefordert. Anzunehmen, dass die Paare, die sich scheinbar gut verstehen, den Titel des Eröffnungstanzes "Du kannst ja nicht mal richtig lügen" von Andrea Berg keinesfalls wörtlich nahmen. Außerdem hatte ihn der DJ ausgesucht, der die Fastnacht musikalisch umrahmte. Er hatte danach aber erst einmal Pause. Denn die beiden Partnerinnen der Platzmeister hatten sich einen ganz besonderen Gag für diesen Abend ausgedacht - das Schuhesammeln. Mit zwei Körben gingen sie von Tisch zu Tisch. Jede Frau musste einen ihrer Schuhe in die Box geben. Dann war es Sache der Männer, die Dame zu finden, der der jeweilige Schuh gehörte. Den zog sie wieder an, mancher Mann half sogar beim Verschnüren von Riemchen.
 
Der Erste hatte es recht einfach. Er griff sich einen besonders spitzen, auffälligen Damenpumps, für den man normalerweise einen Waffenschein braucht. Denn ein Tritt damit in den Allerwertesten könnte schlimme Folgen haben. Die Besitzerin war aber schnell gefunden. Doch es gab tatsächlich zwei scheinbare Spielverderberinnen. Sie kramten sich ihre Fußbekleidung wieder selbst aus dem Korb heraus. Das hatte allerdings einen sehr gewichtigen Grund, für den auch die Platzmeister-Damen volles Verständnis hatten. Die zwei Frauen mussten dringend zur Toilette, wollten aber nicht humpelnd dorthin gelangen. Freiwillig taten sie danach den Schuh wieder in den Korb.
 
Gut und komplett wieder besohlt, konnten schließlich alle so viele Runden auf dem Parkett drehen, wie sie mochten. Doch halt, zu Mitternacht gab es eine Unterbrechung. Die Platzmeister mussten ihre Kopfbedeckungen an die Nachfolger weiterreichen. 2012 werden das Amt Tobias und Martin Halwas übernehmen. Sie sind Zwillinge. Trotz viel Arbeit, Getränkeausschank und Speisenzubereitung amüsierten sich auch die Lückenklausen-Wirtsleute Ramona und Frank Sorge sowie ihr Team an diesem Abend köstlich.

 
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"Hey, was soll ich denn in New York"
Auszug aus der Märkische Oderzeitung vom 1. Februar 2011
 
Der Winter hat die Region voll im Griff und es ist ein alter sorbischer Brauch mit viel Krach und bunten Kostümen, diesen zu vertreiben. Am Sonnabend versuchten Narren in Lindenberg, Groß Rietz, Jamlitz und Lieberose der kalten Jahreszeit ein Ende zu setzen.
 
In Lindenberg begann das Fastnachtstreiben schon am Freitag mit der Gruppe "Komet" in der Gaststätte Görsdorf. Trotz einer kurzen Nacht ging es am Sonnabend beizeiten auf Zampertour. Traditionell zampert man in dem großen Ort zweizügig durch die Straßen, um auch alle Haushalte an einem Tag besuchen zu können. Nur zum Mittagessen traf man sich kurz in der Gaststätte. Anschließend trennte sich das bunte Völkchen erneut und zog mit den "Schlaubetaler Zampermusikanten" und den "Odermücken" weiter durch die Straßen. Am Abend feierten dann wieder alle zusammen und wie schon am Freitag spielen die "Komets" zum Tanz.
 
An beiden Fastnachtsveranstaltungen sorgten natürlich lustige Einlagen für Kurzweil, wie Sketche von Loriot oder zehn Lindenberger Robin Hood's, die einen witzigen Tanz in Strumpfhosen zum Besten gaben. Höhepunkt war die Version eines bekannten Evergreens von Udo Jürgens, denn die Lindenberger ein wenig umdichteten. "Hey, was soll ich denn in New York, was zieht mich denn nach Hawai ... Wir gehören nach Lindenberg, denn hier sind wir so richtig frei, nur hier verrückt sein und aus allen Zwängen fliehen", trällerte die Jugend munter durch den Saal und brachte diesen zum Kochen.
 
Am 27. Februar gibt es in Lindenberg die Fastnachtsnachfeier mit der Band "Hexenschuss". "Natürlich mit einem Best of von unseren Programmen", wie Julia Schwarz betonte.
 
Groß Rietz war am letzten Sonnabend fest in Weiberhand, lediglich die "Zeisigberger Musikanten" durften dabei sein, denn bisher ist keine rein weibliche Zamperkapelle bekannt. Laut kreischend zogen die Damen mittleren Alters ganze zwölf Stunden lang um die Häuser und bewiesen, dass sie noch lang nicht zum alten Eisen gehören. Zum 21. Mal zamperten sie nun schon durch den Ort und viele sind von Anfang an dabei. "Damals wollte die Jugend keine Fastnacht ausrichten und da haben wir als Frauensportgruppe uns gedacht, dass wir das doch machen könnten", erinnerte sich Karin Ostwald an die erste Weiberfastnacht. "Im darauffolgenden Jahr organisierten die Jungen ihre Fastnacht wieder selbst und seit dem gibt es zwei Fastnachten hier im Ort", erzählte sie. Nach dem Zampern marschierten die lustigen Damen direkt in das Dorfgemeinschaftshaus ein, wo sie mit "Peter's Partyband" weiter feierten.

 
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Pärchen mit Debüt
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 30. Januar 2011
 
Luise Thun und Dennis Steinbeiß gaben als Platzmeisterpärchen ihr Debüt bei der Fastnacht in Mügeln. Beide waren voll begeistert. "Die Mügelner Fastnacht ist die schönste in der Region", behauptete Platzmeister Dennis selbstbewusst. Dafür gibt es auch einen sehr persönlichen Grund:. Auf dem Mügelner Schwof im vergangenen Jahr hatte es zwischen den beiden "gefunkt". Seit dem sind sie ein Paar.
 
Den Stress, den diese Funktion ein Jahr darauf nun mal mit sich bringt, nahmen sie locker in Kauf. Immer wieder holten sie am Samstag Tänzer aufs Parkett, er die Damen, sie die Herren. Ein Tänzchen verweigerte bei so charmanter Aufforderung kaum jemand. Außerdem verschafften dem Platzmeister-Paar wohl ihre "Dienstmützen" in Form von Hüten einen gewissen Respekt. Vor einer "Missetat" hüteten sich Luise Thun und Dennis Steinbeiß: gleichzeitig den Saal zu verlassen. Das hätte eine nicht ganz billige Saalrunde gekostet. Die Band "Zeitlos" aus Stolzenhain im Elbe-Elster-Kreis trug ebenfalls zum Gelingen des Abends bei. Sie spielte nur "Ohrwürmer".
 
Die Einwohnerzahl von Mügeln reicht nicht mehr aus, um die traditionelle Fastnacht zu splitten für Jugend und Männer. Man verstand sich trotzdem. Nicht nur auf dem Tanzboden, sondern auch beim Zempern am folgenden Tag. Die "Beute" aus dem Zug durch Mügeln wird aufgeteilt. "Irgendwann, vielleicht im Sommer, laden wir alle zum Zemper-Essen ein", versprachen die Platzmeister.
 
Die Versorgung am Samstag hatten Rainer Stolze und sein Team vom Mügelner Wirtshaus "Zur Glücksburger Heide" übernommen. Es gab alle Hände voll zu tun, schließlich ist eine Fastnacht auch für den Gaumen und die Kehle da.

 
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Streichwitzer starten die Zamper-Saison
Auszug aus der Märkische Oderzeitung vom 10. Januar 2011
 
Streichwitz (moz) Seit vielen Jahren gehen die Streichwitzer in unserer Region als erste auf Zampertour. Spaß haben sie dabei, pflegen die Geselligkeit und haben mitten im Winter die Gelegenheit, mit anderen Dorfbewohnern ins Gespräch zu kommen – jedenfalls dort, wo den Zamperern die Haustüren geöffnet werden. Auch die seit 1990 dazugezogenen Einwohner machen dabei gern mit.
 
 

 
Fantasievoll kostümiert haben sie die Zamperer in Streichwitz. Foto © MOZ J Tronow

 
In Streichwitz scheint es gar eine kleine „Eisenhüttenstädter Gemeinde“ zu geben – diesen Eindruck vermittelte zumindest die Zusammensetzung des Zamperzuges. Sabine Görbing, welche die Fäden der Organisation in der Hand hält, hat vor zwölf Jahren ihr Amt als Chefin des Zamperkomitees übernommen. Sie freute sich besonders darüber, dass so viele Kinder dabei waren. „Gestartet sind wir um 13 Uhr an der Gaststätte Pusch“, erzählte die ehemalige Eisenhüttenstädterin, „zogen dann mit fröhlichen Gesängen los.“
 
Überall gab es nach empfangener Spende in Form von Eiern, Speck, Geld, Gurkenkonserven und anderem als Dank ein Ständchen und eine Tanzrunde für die Hausherren. Oma Schipke hatte extra frische Hackepeterbrötchen vorbereitet – so wie sie das seit 1996, als die gebürtige Breslauerin zu ihren Kindern zog, macht. Zwei Tänze waren das Dankeschön dafür, bevor die bunte Truppe weiter zog zu Michael Nitsch, auf dessen Terrasse bereits ein Tisch mit vielen Leckereien wartete. „Es ist immer so schön, mit dem Dorf zusammen zu feiern“, sagte Loreen Gebauer, die wochentags in Fürstenwalde wohnt und nun ihren Freund Christoffer Haase mitbrachte. „Zum zweiten Mal bin ich dabei“, erzählte dieser, in ein Teufelskostüm gehüllt, „es macht wirklich viel Spaß und die Stimmung ist ganz toll.“
 
Nach einem kurzen Aufenthalt und kleinem Imbiss mit anschließendem Eierlikör in Gebauers Garage, die kurzerhand zum Partyraum umgestaltet worden war, zog die Truppe weiter zu Harald Stegemann, unter dessen Carport sich jeder mit heißer Gulaschsuppe und diversen Getränken stärken konnte. Seit 27 Jahren wohnt er in Streichwitz, ist immer dabei, wenn etwas veranstaltet wird, und findet den Zusammenhalt im Dorf „ganz super“. Genau wie Bettina Gebauer sieht er das Jahr mit der Fastnacht zünftig eingeläutet und freut sich schon auf Eierkuchen­essen und Tanz in 14 Tagen in der Gaststätte im Ort.

 
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